Syndrom der letalen pontozerebellären Hypoplasie mit Hypotonie und respiratorischer Insuffizienz
ORPHA:615954· ICD-10 Q04.8· Lethal pontocerebellar hypoplasia-hypotonia-respiratory insufficiency syndrome
Definition
Ein seltenes Syndrom mit multiplen angeborenen Anomalien/Dysmorphien, das durch pontozerebelläre Hypoplasie, Hypotonie und Ateminsuffizienz gekennzeichnet ist. Bei den meisten Patienten treten Herzanomalien (insbesondere hypertrophe Kardiomyopathie), Augenmanifestationen (angeborene Katarakte, Hornhauttrübung), Krampfanfälle und Gesichtsdysmorphien (einschließlich Mikrozephalie, bitemporale Verengung, fehlende Wimpern, kurze Lidspalten, kleine und tiefsitzende Ohren, antevertierte Nasenlöcher, Mikrostomie und Mikrognathie) auf. Zusätzliche Befunde wie Hepatosplenomegalie, Ödeme, Mikropenis/Kryptorchismus, Hypoglykämie, Hypernatriämie, erhöhte Triglyceride, erhöhte Plasmalaktatwerte und verringerte Plasmacholesterinwerte wurden berichtet. Die Bildgebung des Gehirns kann eine vereinfachte/verzögerte kortikale Gyration, erweiterte Ventrikel und periventrikuläre oder diffuse Anomalien der weißen Substanz zeigen. Die Ursache liegt meist in biallelischen Deletionen im ATAD3-Gencluster (ATAD3A, ATAD3B und ATAD3C) oder in Punktmutationen im ATAD3A-Gen. Obwohl das Syndrom meist im Neugeborenenalter tödlich verläuft, können einige Patienten, unabhängig von der Art der Mutation/Deletion, eine weniger schwere Erkrankung aufweisen und überleben.
- Prävalenz
- <1 / 1 000 000
- Erkrankungsalter
- Antenatal, Neonatal